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Rathausbeflaggung am 20. Juni 2020

Pressemeldung vom 19.06.2020

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung wird am Samstag, 20. Juni 2020 am Rathaus geflaggt. An diesem Tag wird in Deutschland der weltweiten Opfer von Flucht und Vertreibung und insbesondere der deutschen Vertriebenen gedacht. Der Gedenktag wurde 2015 erstmalig begangen.

Verfolgung, Krieg und Armut zwingen Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Flüchtlinge werden ermordet, vergewaltigt und seelisch verletzt, gewachsene Kulturräume zerstört. Dem aktuellsten Jahresbericht des Flüchtlingswerkes der Vereinten Nationen zufolge waren Ende 2019 weltweit 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht – so viele Menschen wie nie zuvor. Unter den 79,5 Millionen Menschen waren etwa 46 Millionen sogenannte Binnenflüchtlinge – sie fanden Zuflucht in anderen Regionen des eigenen Landes. Der größte Teil derjenigen, die ins Ausland fliehen mussten, erhielt Asyl in zumeist armen Nachbarländern. Mit der Aufnahme von 1,1 Millionen Flüchtlingen war Deutschland nach der Türkei, Kolumbien, Pakistan und Uganda das fünftwichtigste Aufnahmeland.

Flucht und Vertreibung sind auch Teil der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Millionen Menschen mussten im Kontext des von Deutschland ausgegangenen Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen. Die Vertreibung der europäischen Juden fand ihr grauenvolles Ende in den Vernichtungslagern. Auch Millionen Deutsche mussten durch Flucht, Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Deportation ihre angestammte Heimat verlassen.

Mit der Einführung dieses Gedenktages macht die Bundesregierung deutlich, dass der Wille und die Kraft zu Versöhnung und Neuanfang, der gemeinsame Aufbau und Zusammenhalt in der Gesellschaft das Fundament bilden, auf dem Deutschland heute Menschen aus 190 Nationen eine Heimat bietet.

Der Gedenktag wird zeitgleich mit dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen begangen und erweitert das Flüchtlingsgedenken um das Schicksal der Vertriebenen.