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Denkmalschutz

Untere Denkmalbehörde und damit erster Ansprechpartner für Eigentümer und Nachbarn von Baudenkmälern ist die Gemeinde. Nähere Informationen für Eigentümer von Baudenkmälern entnehmen Sie bitte den Informationen des Landschaftsverbandes Rheinland.

Information des Landschaftsverbandes Rheinland, Amt für Denkmalpflege im Rheinland, für Denkmalbesitzer

Quelle: http://www.denkmalpflege.lvr.de/

Sie sind Eigentümer eines Baudenkmals und fragen sich, wann Sie sich bei den Behörden rückversichern müssen? Hier finden Sie Erläuterungen zu allgemeinen Fragen des Umgangs mit Ihrem Denkmal sowie Tipps zu finanziellen Erleichterungen.

Bei spezielleren Fragestellungen und Problemen stehen Ihnen selbstverständlich Ihre örtliche Denkmalbehörde und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland zur Verfügung.

Was ist ein Baudenkmal ?

Laut Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen, Paragraph 2, Abs. 1 und 2 sind Denkmäler "... Sachen, Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen. (...)

Baudenkmäler sind Denkmäler, die aus baulichen Anlagen oder Teilen baulicher Anlagen bestehen. Ebenso zu behandeln sind Garten-, Friedhofs- und Parkanlagen sowie andere von Menschen gestaltete Landschaftsteile, wenn sie die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllen. Historische Austattungsstücke sind wie Baudenkmäler zu behandeln, sofern sie mit dem Baudenkmal eine Einheit von Denkmalwert bilden." "Bedeutend" ist dabei nicht gleich zu setzen mit "berühmt", "besonders groß" oder "kostbar". Auch auf den ersten Blick kleine oder unscheinbare Dinge können Geschichte überliefern und deshalb schützenswert sein. Ebenso muß ein Denkmal nicht "schön" sein oder sich in perfektem Zustand befinden. Entscheidend für die Denkmaleigenschaft ist allein der an der Bausubstanz fest zu machende historische Zeugniswert. Ein Gebäude ist in der Regel in seiner Gesamtheit Denkmal, das heißt nicht allein sein Äußeres, sondern z.B. auch die erhaltenen historischen Strukturen und Ausstattungsstücke des Inneren gehören dazu.

Um den Status eines rechtskräftigen Denkmals zu erhalten, muss in Nordrhein-Westfalen ein Objekt in die von der zuständigen Unteren Denkmalbehörde geführte Denkmalliste eingetragen werden. Das kann "von Amts wegen" durch die Kommune oder auf Antrag des Eigentümers oder des Landschaftsverbandes Rheinland, vertreten durch das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, erfolgen. Dazu muss der Denkmalwert anhand der Kriterien des Denkmalschutzgesetzes geprüft, beschrieben und begründet werden. Danach sieht das Denkmalschutzgesetz vor, dass die Kommune das Objekt in die Denkmalliste einträgt. Innerhalb des Eintragungsverfahrens bestehen Anhörungspflichten und Widerspruchsmöglichkeiten. Auskunft darüber, ob ein Gebäude bereits in die Denkmalliste eingetragen (Paragraph 3 DSchG NW) oder vorläufig unter Schutz gestellt ist (Paragraph 4 DSchG NW), erteilt die Untere Denkmalbehörde.

Wozu verpflichtet Denkmalschutz den Eigentümer?

Denkmalschutz bedeutet nicht, dass an einem Gebäude nichts mehr verändert werden darf oder ein bestimmter Zustand wiederhergestellt werden muss. Das Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalens legt grundsätzlich fest: "Die Eigentümer und sonstigen Nutzungsberechtigten haben ihre Denkmäler instand zu halten, instand zu setzen, sachgemäß zu behandeln und vor Gefährdung zu schützen, soweit ihnen das zumutbar ist." (Paragraph 7, Abs. 1)

Denkmäler dürfen verändert werden, um sie weiter erhalten und sinnvoll nutzen zu können. Bei Veränderungsabsichten ist eine Genehmigung durch die Untere Denkmalbehörde erforderlich, die wiederum mit dem LVR - Amt für Denkmalpflege im Rheinland in Kontakt tritt, bevor sie eine Entscheidung trifft. Dies hat für Sie den Vorteil, dass die Fachleute der Denkmalbehörden ihre Spezialkenntnisse in der Behandlung historischer Bausubstanz einbringen können. Sie können Ihnen helfen, kostspielige Fehler bereits in der Planungsphase zu vermeiden und bautechnisch korrekte Lösungen anzuwenden. Der hierzu notwendige Antrag und gegebenenfalls die Abstimmung mit den Fachleuten von Denkmalbehörde und LVR - Amt für Denkmalpflege im Rheinland sind nicht nur Voraussetzung für die Genehmigung des Vorhabens, sondern auch für die Inanspruchnahme möglicher finanzieller Hilfen und steuerlicher Vorteile. Auch dazu beraten wir Sie gern.

Wann brauche ich eine Erlaubnis?

Mit der Unterschutzstellung müssen Veränderungen an einem Objekt im Rahmen des Erlaubnisverfahrens mit der Unteren Denkmalbehörde unter Mitwirkung des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland abgestimmt werden. So ist sichergestellt, dass sie denkmalverträglich vorgenommen werden.

Genehmigungspflichtig sind alle Maßnahmen, die auf die Gestalt, die schützenswerten Bestandteile und die Substanz des Hauses Auswirkungen haben. Abriss, Teilabriss, Anbau, Neuverputz und Neuanstrich, Fenstererneuerung und Dacheindeckung, Fassadenisolierung - diese und andere Arbeiten, die für ein Denkmal und sein Erscheinungsbild wichtig sein können, müssen mit den Denkmalbehörden vorab abgestimmt werden. Auch statische Eingriffe, wie beispielsweise Grundrissveränderungen, sind genehmigungspflichtig.

Bei Veränderungen im Inneren des Gebäudes ist entscheidend, ob die Räume und ihre Ausstattung wie Türen, Intarsienböden, Vertäfelungen, Stuckdecken oder Raumausmalungen etc. von Denkmalwert sind oder nicht. Auch unter einer abgehängten Decke oder unter einem Wandverputz können sich denkmalwerte Strukturen verbergen. Liegen solche schützenswerten Innendekorationen nicht vor, ist Ihnen bei Veränderungen im Gebäudeinneren die Zustimmung der Denkmalbehörden gewiss.

Steuer- und Finanztipps

Das allgemeine Interesse an den Zeugnissen unserer Geschichte und die Bereitschaft von Denkmaleigentümerinnen und -eigentümern, auch Belastungen für die Substanzsicherung ihrer Objekte zu tragen, ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Dennoch bleibt eine Vielzahl von Erhaltungs- und Instandhaltungsaufgaben, bei denen der erforderliche finanzielle Aufwand die Leistungsfähigkeit der Eigentümerinnen und Eigentümer übersteigt. Hier bieten Beihilfen aus öffentlichen Mitteln und Steuervergünstigungen eine wesentliche Hilfe.

Förderanträge sind über die Kommunen als Untere Denkmalbehörden an die Bezirksregierungen zu richten. Neben der direkten Förderung schaffen vor allem Steuererleichterungen einen Anreiz, privates Kapital für die Erhaltung von Denkmälern einzusetzen. Informationen entnehmen Sie bitte der Broschüre "Steuertipps für Denkmaleigentümerinnen und Denkmaleigentümer".