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Gewerbe- und Industriepark Elmpt

Grobkonzept für die Entwicklung des Flughafengeländes. Farbig sind die Flächen für eine gewerbliche Entwicklung, für die Einrichtung erneuerbarer Energien sowie für Natur und den Golfplatz kenntlich gemacht

Was ist auf dem ehemaligen Flughafengelände in Elmpt geplant?

Über viele Jahre wurde das Gelände des zukünftigen Gewerbe- und Industrieparks in Elmpt militärisch genutzt. Nachdem die britischen Streitkräfte die Aufgabe des Geländes bekanntgegeben hatten -sie verließen Elmpt im Jahr 2015- begannen frühzeitig die Planungen für eine Folgenutzung des rund 900 Hektar großen Areals. Bereits 2010 fand ein erster Workshop statt, dessen Ergebnis unter anderem die Absicht einer gewerblichen Nutzung war.

Hierfür ist eine Teilfläche vorgesehen, die die Entwicklung eines Gewerbe- und Industrieparks mit einer Größe von rund 150 Hektar ermöglicht. Etwa 20 Hektar hiervon sollen insbesondere kleinere Vorhaben ermöglichen und so auch Unternehmen aus der Gemeinde und der Region dienen. Der Investor und Entwickler „Verdion“ hat auf dem Gelände insgesamt etwa 176 Hektar Fläche erworben, um dieses Vorhaben umzusetzen.

Erneuerbare Energien für eine CO2-freie Energieversorgung vor Ort

Gleichzeitig sollen auf der ehemaligen Start- und Landebahn Windkraftanlagen und ein Photovoltaikpark entstehen. Durch die direkte Nachbarschaft von gewerblich genutzten Flächen und Bereichen, die die Nutzung erneuerbarer Energien ermöglichen, kann eine möglichst nachhaltige Energieversorgung der sich vor Ort ansiedelnden Betriebe erreicht werden. Ziel ist es, dass im neuen Gewerbe- und Industriepark keine fossilen Energieträger benötigt werden, die vor Ort produzierte Energie auch vor Ort genutzt wird, energetische Synergien zwischen einzelnen Betrieben entstehen und überschüssige Energie der Versorgung der Gemeinde Niederkrüchten dient. Unter Berücksichtigung des Artenschutzes und der Vorkommen auf dem Gelände können so wirtschaftliche Entwicklung, Energiewende und Naturschutz bestmöglich miteinander verknüpft werden – ein Pilotprojekt mit überregionalem Vorbildcharakter.

Da nur die bereits intensiv vorgenutzten 176 Hektar der 900 Hektar großen Gesamtfläche des ehemaligen britischen Militärflughafens für die Entwicklung des Gewerbe- und Industrieparks genutzt werden, bleiben der umfangreiche Waldbestand (hiervon rund 250 Hektar nationales Naturerbe) rund um das Gelände sowie der Golfplatz erhalten. Bereits seit dem ersten Workshop zur Entwicklung des Geländes ist der Erhalt von insgesamt 600 Hektar Waldflächen, Offenlandbereichen und Wasserflächen unter dem Motto „Grün bleibt Grün“ vorgesehen.

 

Abschiedsfeier der britischen Streitkräfte in Elmpt. Soldaten mit Fahnen bei der Abschiedsparade. (Bild: Bernd Nienhaus)

Was ist bisher geschehen?

Bereits 1953 verlegte die „Royal Air Force Brüggen“ ihre „317 Supply and Transport Column“ von Uetersen nach Elmpt. Hiermit begann die militärische Nutzung des Geländes, auf dem nun ein Gewerbe- und Industriepark entsteht. Die Royal Air Force verließ Elmpt bereits 2001. Bis 2015 diente der Standort jedoch als Stützpunkt der „British Army 1. Signal Brigade“. Die bisherige Bezeichnung „RAF Brüggen“ wurde geändert in „Javelin Barracks“. Am 29. April 2015 wurde der Abschied der britischen Streitkräfte mit einer Militärparade gefeiert.

Bürgermeister Karl-Heinz Wassong, André Banschus (Executive Director Verdion) und Landrat Dr. Andreas Coenen stehen vor dem Eingangsbereich zum ehemaligen britischen Militärflughafen in Elmpt

Das Gelände ging in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben - BImA) über. Bereits vor dem Abzug der Briten, nämlich im Jahr 2010, hatte eine Ideenwerkstatt stattgefunden mit dem Ziel, Pläne für eine konkrete Folgenutzung des Geländes zu entwickeln. Im Ergebnis wurde eine gewerbliche Entwicklung des Areals in Verbindung mit der Nutzung erneuerbarer Energien beschlossen. Eine Wohnnutzung wurde ausgeschlossen und mit Blick auf die umgebenden Wald- und Grünflächen wurde der Grundsatz „Grün bleibt Grün“ festgelegt. Ebenfalls frühzeitig ausgeschlossen wurde eine erneute fliegerische Nutzung. Diese Pläne beschloss im Februar 2012 auch der Rat der Gemeinde Niederkrüchten. Der damalige Ratsbeschluss sieht eine Kombination aus Gewerbe- und Industriefläche, erneuerbaren Energien, Natur sowie Raum für Sport, Freizeit und Erholung vor.

Zunächst nutzte jedoch das Land Nordrhein-Westfalen einige der noch vorhandenen Wohngebäude ab 2016 für eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete.  Im gleichen Jahr gründete sich die Entwicklungsgesellschaft „Energie- und Gewerbepark Elmpt mbH“ (EGE), an der neben der Gemeinde Niederkrüchten auch der Kreis Viersen und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen beteiligt sind. Das Ziel der Gesellschaft ist die Umsetzung der gewerblichen Folgenutzung in Verbindung mit erneuerbaren Energien.

Hierfür schloss die Gesellschaft zunächst einen Kooperationsvertrag mit dem damaligen Eigentümer, der BImA, ab, um im Anschluss im Rahmen eines umfangreichen Bieterverfahrens einen geeigneten Käufer zu finden. Hierbei setzte sich der Entwickler Verdion im März 2021 durch, die entsprechenden Kaufverträge wurden abgeschlossen. Im September 2021 stimmte auch der Bundesrat dem Verkauf an Verdion zu.

Seither erfolgen die konkreten Planungen für die Entwicklung des Gewerbe- und Industrieparks. Im ersten Schritt wird ein erster Bebauungsplan für eine 94 Hektar große Teilfläche aufgestellt, die in einer ersten Phase entwickelt und vermarktet werden soll. Parallel erfolgen auf der Liegenschaft Arbeiten zum Rückbau der vorhandenen Aufbauten.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum aktuellen Bebauungsplanverfahren finden Sie HIER.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Ein Großprojekt wie die Entwicklung eines Gewerbe- und Industrieparks wirft viele Fragen auf. Hier haben wir Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie wichtige Informationen zum Projekt zusammengefasst.

Was habe ich / was hat die Gemeinde Niederkrüchten von dem Projekt?

In der gesamten Region, in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus suchen Unternehmen nach Flächen zur Expansion oder für die Einrichtung neuer Betriebe. Auf dem Gelände des ehemaligen britischen Militärflughafens entsteht einer der größten Gewerbe- und Industrieparks in NRW – ein Projekt mit deutlich überregionaler Strahlkraft. Damit schaffen wir gemeinsam mit dem Entwickler und Eigentümer Verdion sowie PNE Perspektiven für Unternehmen in der Gemeinde, im Kreis Viersen und in der Region. Gleichzeitig entstehen Arbeitsplätze, von denen die Menschen vor Ort profitieren. Unternehmen, die sich auf dem Gelände niederlassen, bezahlen in Niederkrüchten Gewerbesteuer. Diese ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinde Niederkrüchten und maßgebliche Voraussetzung für eine gesunde Weiterentwicklung der Gemeinde - von Schulen über Kitas und Spielplätze bis hin zu Straßen und Wegen. Gleichzeitig helfen steigende Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde, in einem weiterhin schwierigen finanziellen Umfeld unabhängiger von Schlüsselzuweisungen zu werden. So kann die Gemeinde Niederkrüchten nach den Ausgleichszahlungen der Briten aufgrund der Belastungen durch die militärische Nutzung und den Zahlungen des Landes Nordrhein-Westfalen für die Einrichtung und den Betrieb der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete durch steigende Gewerbesteuereinnahmen ein weiteres Mal finanziell von der Nutzung des Areals profitieren.

Im Rahmen der Entwicklung des Gewerbe- und Industrieparks investiert Verdion auch massiv in die dortige Infrastruktur und damit einhergehend in die Infrastruktur der Gemeinde. Der Gemeinde Niederkrüchten entstehen somit nicht die sonst üblichen Kosten für die Errichtung beispielsweise der Straßen oder der Abwasserentsorgung.

Durch die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze bei den sich neu ansiedelnden Unternehmen werden in einem verträglichen Maß auch Menschen von außerhalb in die Gemeinde Niederkrüchten ziehen. Dieser Zuzug insbesondere auch junger Familien wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels positive Auswirkungen auf die gesellschaftliche Entwicklung in der Gemeinde haben.

Mit der PNE AG entwickelt ein international tätiges Windkraftunternehmen die Windkraftanlagen auf der ehemaligen Start- und Landebahn. Die Installation der Anlagen sowie des ebenfalls geplanten 40 Hektar großen Photovoltaikparks bedeuten enorme Investitionen Dritter, von denen letztlich die Betriebe vor Ort aber auch die gesamte Gemeinde Niederkrüchten durch die Nutzung überschüssiger Energie profitiert. Durch die Inanspruchnahme bereits versiegelter Flächen für die Einrichtung der Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie beugen diese dem Verlust bislang unbebauter Flächen vor.

Warum hat man sich für das gewählte Verfahren entschieden und warum für Verdion?

Ein Großprojekt wie die Entwicklung eines Gewerbe- und Industrieparks mit einer Größe von rund 150 Hektar ist durch eine kleine Verwaltung wie die der Gemeinde Niederkrüchten oder durch den Kreis Viersen alleine nicht zu stemmen. Neben dem enormen Aufwand wäre auch die finanzielle Belastung für die Gemeinde und somit letztlich für alle Bürgerinnen und Bürger nicht zu verantworten. In solchen Fällen ist die Zusammenarbeit mit einem Investor üblich.

Im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens, an dessen Ende Verdion den Zuschlag für den Erwerb der Flächen und die Entwicklung erhalten hat, waren bereits realisierte vergleichbare Projekte sowie ein langfristiges Engagement vor Ort in Niederkrüchten wichtige Kriterien.

  • Verdion bedient mit seinen erwirtschafteten Gewinnen einen kanadischen Pensionsfonds aus dem Gesundheitswesen. Mit dieser Verpflichtung ist einerseits ein langfristig angelegtes, erfolgreiches Wirtschaften notwendig. Andererseits sichert ein solcher Hintergrund auch die Bonität des Entwicklers.
  • Verdion bietet Grundstücke auf den noch zu entwickelnden Flächen sowie die noch zu errichtenden Immobilien zur langfristigen Miete an. Gebäude werden multifunktional geplant, sodass auch nach Ablauf eines Mietverhältnisses eine große Breite denkbarer Folgenutzungen möglich ist.
  • Die Verträge mit dem Entwickler sehen umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur vor. Auch diese sind wirtschaftlich nur im Rahmen eines langfristig angelegten Engagements darstellbar.
  • Verdion entwickelt international vergleichbare Gewerbe- und Industrieparks. Durch die Niederlassung des Unternehmens in Düsseldorf besteht gleichzeitig eine Nähe zu Niederkrüchten, was die Zusammenarbeit erleichtert und die Identifikation mit dem Projekt zusätzlich stärkt.

Welche Aufgaben und Investitionen übernimmt Verdion?

In Summe investiert Verdion im Rahmen der Gesamtmaßnahme rund 500 Millionen Euro in Elmpt.

  • Verdion hat sich zur Erschließung des Gewerbe- und Industrieparks verpflichtet. Hierzu gehören Straßen und Wege ebenso wie die Errichtung des Kanalnetzes und die Planung sowie der Bau eines Nahwärme- und Kältenetzes. Fossile Energieträger und die hierfür notwendigen Netze kommen nicht zum Einsatz.
  • Die Verkehrsuntersuchungen im Rahmen der Planung haben ergeben, dass der vorhandene Anschluss an die Autobahn A52 bei Entwicklung des zweiten Abschnittes (der Bebauungsplan des ersten, östlichen Abschnitts umfasst rund 94 Hektar) nicht mehr ausreichend dimensioniert ist. Für einen alternativen Anschluss an die Autobahn wird Verdion eine Lösung entwickeln und umsetzen. Denkbar wäre beispielsweise eine Verlagerung und damit einhergehende Neuerrichtung des Autobahnanschlusses nach Westen. Die Autobahn A52 sowie das übergeordnete Straßennetz insgesamt kann den zusätzlichen Verkehr tragen.
  • Im Rahmen der Abwasserbeseitigung wird Verdion eine Druckrohrleitung zum Abtransport des Wassers erstellen. Durch den Anschluss des Gewerbe- und Industrieparks an das bisherige Kanalnetz werden Arbeiten an der kommunalen Kläranlage notwendig. Soweit diese durch die gewerbliche Entwicklung entstehen und ohne diese nicht entstünden, finanziert Verdion sie ebenfalls.
  • Auf dem ehemaligen Militärgelände existieren zahlreiche, teils massive bauliche Anlagen aus ehemaliger militärischer oder Wohnnutzung. Der Rückbau dieser Aufbauten erfolgt durch den Entwickler.
  • Die Kosten der Bauleitplanung trägt ebenfalls, wie üblich bei derartigen Projekten, der Vorhabenträger.
  • Die Vermarktung der großflächigen Gewerbegrundstücke erfolgt direkt durch Verdion. Somit ist sichergestellt, dass langfristige Brachflächen vermieden werden.
  • Im Rahmen der Gesamtentwicklung nimmt Verdion zahlreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vor, die durch die Arbeiten auf dem Gelände notwendig werden.
  • Auf dem neuen Gewerbe- und Industriepark wird Verdion einen Autohof errichten. Dieser zielt auf die Nutzer des Gewerbeparks, aber auch beispielsweise auf Fahrerinnen und Fahrer, die die übrigen Gewerbegebiete anfahren und teilweise Straßen und Wege im gesamten Gemeindegebiet für Pausen und ähnliches nutzen. So wird die Gemeinde diesbezüglich weiter entlastet.
  • An exponierter Stelle auf dem Gelände entsteht ein Museum, das die britische und militärische Geschichte des Areals erlebbar macht. Verdion engagiert sich maßgeblich finanziell und personell an der Umsetzung dieses Projektes.

Wie sieht die langfristige Planung aus? Was hat Verdion in Niederkrüchten vor?

Wie auch bei anderen Projekten des Entwicklers Verdion sind die in Elmpt geplanten und bereits erfolgten Investitionen langfristig angelegt.

So stellt Verdion interessierten Unternehmen Flächen und Immobilien im Rahmen langfristiger Miet- und Pachtmodelle zur Verfügung.

Die multifunktionale Gestaltung der Gewerbeimmobilien ermöglicht außerdem möglichst viele verschiedene Folgenutzungen nach Ablauf eines solchen Mietverhältnisses.

Verdion bekennt sich auch außerhalb des Kerngeschäfts zum Standort Niederkrüchten. So beteiligt sich der Investor finanziell und organisatorisch am Bau und der Organisation eines Museums zur Geschichte des Geländes.

Warum umfasst der aktuelle Bebauungsplan nur einen Teil des künftigen Gewerbeparks?

Die Entwicklung eines Gewerbe- und Industrieparks dieser Größenordnung wie auch die Vermarktung der hier entstehenden Grundstücke erstrecken sich gewöhnlich auf 15 bis 20 Jahre. So erfolgt die Entwicklung folgerichtig auch planungsrechtlich in mehreren Abschnitten.

  • Der erste Teilbebauungsplan umfasst insgesamt 94 Hektar (60ha Industrie, 10ha Gewerbe, 6ha Verkehrsflächen; Rest Grün & Wald). Dies dient auch dem Handling eines sonst überdimensionierten Bebauungsplans sowie der Maßstäblichkeit.
  • Weiterhin wurde die Dimensionierung der einzelnen Abschnitte vorgenommen, um in einem ersten Entwicklungsschritt die durch die Nutzerinnen und Nutzer entstehenden Verkehre über den bestehenden Autobahnanschluss abwickeln zu können. Die weitere Entwicklung wird Maßnahmen zur Anpassung des Anschlusses an die A52 notwendig machen.
  • Aus finanzieller Sicht ist eine Entwicklung in mehreren Teilabschnitten notwendig, damit den umfangreichen entstehenden Kosten auch Einnahmen durch die Vermarktung der ersten Grundstücke gegenüberstehen.
  • Bei den Bebauungsplänen für den Gewerbe- und Industriepark handelt es sich um Angebotsbebauungspläne, die die Art der Nutzung (Industrie, Gewerbe, Wald, Grünflächen), das Maß der baulichen Nutzung sowie Festsetzungen zum Beispiel zu Schall, anderen Emissionen oder der Nutzung erneuerbarer Energien enthält.

Alle Untersuchungen im Rahmen der Bauleitplanung und darüber hinaus erfolgen bereits vor dem Hintergrund der Gesamtentwicklung.

Wie passt das Vorhaben in den Naturpark Maas-Schwalm-Nette?

Die im Rahmen der gewerblichen Entwicklung genutzte rund 150 Hektar große Konversionsfläche wurde in der Vergangenheit militärisch genutzt.

In die bestehenden Strukturen des Naturparks und die ihn prägende Natur wird nicht eingegriffen. Vielmehr wird bereits vorhandene Siedlungsfläche einer Folgenutzung zugeführt.

Die ehemaligen militärischen Liegenschaften sind teilweise vorbelastet. Im Zuge des Verfahrens erfolgte und erfolgt weiterhin eine über auf viele Jahre angelegte Erhebung und Sanierung der vorhandenen Altlasten. Die schützenswerte Natur im Umfeld des künftigen Gewerbe- und Industrieparks wie der Golfplatz, vorhandene Grünflächen oder der Bereich des 250 Hektar großen nationalen Naturerbes wird erhalten.

Wie sehr muss in die Natur eingegriffen werden?

Das durch die Briten verlassene Gelände umfasst insgesamt rund 880 Hektar. Auf rund 150 Hektar dieser Gesamtfläche entsteht der Gewerbe- und Industriepark.

  • Ein Großteil der genutzten Flächen war und ist bereits versiegelt und/oder bebaut mit ehemaligen Housing Areas, Werkstätten, Hangars, einer Schule, einem Schwimmbad, Kirchen, Clubheimen und Verwaltungsgebäuden.
  • Auch für die Einrichtung der Windkraft- und Photovoltaikanlagen wird mit der Start- und Landebahn eine bereits versiegelte Fläche genutzt.
  • Darüber hinaus ist ein Eingriff in den Baumbestand im Bereich der bestehenden Siedlungsstrukturen oder des Nadelholzwaldes notwendig. Angrenzende Waldflächen auf dem ehemaligen Militärgelände bleiben unangetastet.
  • Alle Auswirkungen der gewerblichen Entwicklung des Geländes werden im Rahmen der Bauleitplanungen erhoben. Daraufhin müssen Maßnahmen beispielsweise zum Schallschutz, zur Lufthygiene, zum Schmutz- und Niederschlagswasser oder zum Einfluss auf Lichtemissionen ergriffen werden.
  • Hinsichtlich der Lichtemissionen steht die Gemeinde Niederkrüchten auch im Austausch mit dem Verein „Paten der Nacht“, um beispielsweise Expertise zu Themen wie Abstrahlung oder Lichtfarbe einzuholen.

Die aktuellen, im Rahmen der Bauleitplanung erstellten Gutachten finden Sie HIER.

Wie wird mit Lichtverschmutzung, Lärm und Emissionen umgegangen?

Zu sämtlichen Auswirkungen der Entwicklung beispielsweise bezüglich Schall, Licht oder anderen Emissionen werden im Rahmen der Bauleitplanung Gutachten erstellt, die diese erheben. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Gutachten werden Maßnahmen definiert, die die Auswirkungen des Betriebs auf die Umwelt bestmöglich minimieren.

Die aktuellen, im Rahmen der Bauleitplanung erstellten Gutachten finden Sie HIER.

Welches Verkehrsaufkommen ist zu erwarten?

Im Rahmen der Bauleitplanung wird das Verkehrsaufkommen durch Beschäftigte, Kunden/Besucher und Güterverkehr untersucht. Einzelne Knotenpunkte wie die Zufahrt über Nollesweg/Roermonder Straße, Nollesweg Süd und Nollesweg Nord wurden ebenso untersucht wie Verkehrsaufkommen auf dem Gelände. Simulationen hierzu erfolgten an allen Knotenpunkten mit Hilfe von Prognose- und Echtdaten.

Kernergebnisse:

  • Im Rahmen der Entwicklung des ersten Abschnitts entstehen 11.610 zusätzliche Fahrten / 24 Std. (davon 4.400 Schwerlastverkehr).
  • Eine Abwicklung durch die derzeitige Anbindung an die A52 ist (mit Anpassungen) möglich.
  • Der überwiegende Verkehr über die A52 fließt in Richtung Düsseldorf ab und erfolgt auch aus dieser Richtung.
  • Bei Planung des nächsten Abschnitts ist eine Neuplanung der Autobahnanbindung notwendig.

 

Die aktuelle, im Rahmen der Bauleitplanung erstelle Verkehrsuntersuchung finden Sie HIER.

Erhöht sich der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter?

Durch die Entwicklung des Gewerbe- und Industrieparks entstehen zusätzliche Arbeitsplätze in der Gemeinde Niederkrüchten. Gleichzeitig suchen derzeit viele Unternehmen in der Region Flächen zur Expansion. Diese Unternehmen „bringen somit Arbeitsplätze mit“. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet eine solche Expansion oder Verlagerung nicht zwangsläufig die Notwendigkeit eines Wohnortwechsels. Insofern ist mit einem geringen Zuzug in die Gemeinde zu rechnen, der bereits im „Kompass 2035“, der Grundlage aller Planungen für die Entwicklung der Gemeinde Niederkrüchten, sowie im Masterplan Wohnen und im Rahmen des Baulandmanagements berücksichtigt ist.

In der Vergangenheit wurde auch angeregt, den vorhandenen Wohnraum auf dem ehemaligen Militärgelände wieder als solchen zu nutzen. Aufgrund des Zustands der Immobilien und der nicht der Nachfrage entsprechenden Form dieses Wohnraums ist eine derartige Nutzung nicht möglich. Auch bestünde keinerlei Zusammenhang einer solche Wohnlage zu den übrigen Siedlungsbereichen. Die Ziele des Regionalplans schließen eine solche Nutzung ohnehin aus.

Warum werden die vielen ehemaligen Wohnhäuser der britischen Streitkräfte nicht erhalten?

Bereits der Ideenwettbewerb 2010 zur möglichen Folgenutzung des Militärgeländes hatte zum Ergebnis, dass hier keine Wohnnutzung erfolgen solle.

Aufgrund des Zustands der Immobilien und der nicht der Nachfrage entsprechenden Form dieses Wohnraums ist eine derartige Nutzung nicht möglich. Auch bestünde keinerlei Zusammenhang einer solche Wohnlage zu den übrigen Siedlungsbereichen. Die Ziele des Regionalplans schließen eine solche Nutzung ohnehin aus.

Welche Kosten entstehen der Gemeinde für die notwendige Infrastruktur?

Der mit dem Entwickler Verdion abzuschließende Erschließungsvertrag wird die Übernahme aller durch die Erschließung entstehenden Kosten im Bereich der Industrieflächen durch diesen vorsehen.

Eine Ausnahme bildet die kommunale Kläranlage. Maßnahmen und Investitionen in diese, die auch ohne die gewerbliche Entwicklung des Geländes sinnvoll wären, sind von der genannten Vereinbarung ausgeschlossen.

Welche Betriebe werden sich ansiedeln?

Der Vermarktungsstart für Flächen auf dem Gewerbe- und Industriepark erfolgt mit Rechtskraft des Bebauungsplans.

  • 20 Hektar der insgesamt 150 Hektar sind für kleinteilige Gewerbegrundstücke (GE) vorgesehen. Hiervon sollen insbesondere Unternehmen aus der Gemeinde, dem Kreis Viersen und der Region profitieren. Bei der Vergabe der Grundstücke, die erworben werden können, werden Kriterien bezüglich der finanziellen Leistungsfähigkeit, der entstehenden Arbeitsplätze, der Regionalität und der Nachhaltigkeit zugrunde gelegt.
  • Auf dem übrigen Gelände, auf dem planungsrechtlich (GI) auch beispielsweise produzierendes Gewerbe oder Logistik im 24 Stunden Betrieb möglich sind, plant Verdion Ansiedlungen ab einer Größenordnung von etwa 10 Hektar. Der Regionalplan sieht hier auch die Möglichkeit flächenintensiver und stark emittierender Betriebe vor. Verdion wird diese Grundstücke langfristig vermieten beziehungsweise verpachten.
  • Alle Grundstücke sind vor dem Hintergrund der Energiepreisentwicklung auch aufgrund der lokalen Versorgung durch erneuerbare Energien für viele Unternehmen attraktiv.

Entsteht ein reiner Logistikpark?

In der Logistikbranche besteht aufgrund der Entwicklung der globalen Wertschöpfungsketten seit vielen Jahren ein großer Flächenbedarf. Auch auf dem Gewerbe- und Industriepark in Elmpt wird die Logistik eine Rolle spielen. Darüber hinaus bietet der Gewerbepark Raum für anderen Nutzungsarten. Es entsteht kein reiner Logistikpark.

  • Durch die Entwicklung der Logistik in ihren Teilbereichen Beschaffungs-, Produktions-, Distributions-, Lager- und Entsorgungslogistik benötigen Logistikunternehmen längst nicht mehr nur Hallen mit Hochregalen, in denen Ware (zwischen-) gelagert wird.
  • Eine wichtige Rolle in der Logistik nimmt auch die sogenannte Kontraktlogistik ein, im Rahmen derer Logistikdienstleister eng und teilweise exklusiv mit produzierenden Unternehmen zusammenarbeiten. Hierbei werden auch logistiknahe Dienstleistungen wie Endmontage, Qualitätskontrolle Marketing oder Administration mit übernommen.
  • Damit einhergehend sind auch die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Logistik gestiegen.

Die Möglichkeit der Ansiedlung von Industriebetrieben besteht in der Region kaum noch an alternativen Standorten. Insofern ist auch hier von einer hohen Nachfrage auszugehen.

Auch die lokale, klimaneutrale Energieversorgung spricht für die Attraktivität des Standorts.

Bezahlen Unternehmen auf dem Gelände in Niederkrüchten Gewerbesteuer?

Grundsätzlich sind alle Unternehmen gegenüber der Gemeinde Niederkrüchten gewerbesteuerpflichtig, die hier über eine Betriebsstätte verfügen.

Kalkulationen auf Grundlage vergleichbarer Projekte stellen ein zusätzliches Gewerbesteueraufkommen in Höhe von 6,5 Millionen Euro in Aussicht. Die konkrete Höhe der Gewerbesteuerzahlungen ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht erfassbar, da die Vermarktung der Grundstücke noch nicht erfolgt ist und somit die Nutzer nicht feststehen.

Bei der Vergabe von Grundstücken ist die finanzielle Stabilität eines Unternehmens ein maßgebliches Kriterium. 

Außerdem sollen Unternehmen durch die Verfügbarkeit neuer Flächen in der Gemeinde und der Region gehalten werden, um Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen auch langfristig zu sichern.

Was sagen die Nachbarn auf beiden Seiten der Grenze?

Das in Deutschland vorgeschriebene Bauleitplanverfahren sieht im Rahmen der Erstellung eines Bebauungsplans verschiedene Beteiligungsschritte vor.

  • Die Gemeinde Niederkrüchten hat deutsche und niederländische Nachbarkommunen bereits im Rahmen der sogenannten „frühzeitigen Beteiligung“ durch Arbeitsgruppen, schriftliche Informationen und einen regelmäßigen persönlichen Austausch eng in die Planungen eingebunden. Diese Möglichkeiten der Beteiligung wurden von den betroffenen Kommunen ebenso wahrgenommen wie von vielen Bürgerinnen und Bürgern.
  • Auch auf niederländischer Seite sind in den vergangenen Jahren neue Gewerbeflächen entstanden. Ebenso wie in Deutschland herrscht auch in den Niederlanden ein hoher Bedarf an Flächen für Unternehmen. Die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden spielt bei der Wahl eines Gewerbegrundstücks mittlerweile eine untergeordnete Rolle.

Was sind die nächsten Schritte?

  • Die frühzeitige Beteiligung für den ersten Teilbebauungsplan (östlicher Bereich, „Elm-131 Javelin Park Ost“) ist im Februar 2023 ausgelaufen.
  • Die Offenlage hierzu erfolgt im zweiten Halbjahr 2023.
  • Parallel erfolgen weiterhin Abrissarbeiten an den bestehenden Aufbauten auf dem Gelände.
  • Der Vermarktungsstart für kleinteilige Gewerbeflächen beginnt voraussichtlich im ersten Halbjahr 2024.
  • Erste Baumaßnahmen von Unternehmen auf dem Gelände könnten somit im Laufe des Jahres 2025 erfolgen.

Ich interessiere mich für ein Grundstück. An wen kann ich mich wenden?

Interessenten für Gewerbe- oder Industrieflächen ab etwa 10 Hektar wenden sich an:

Verdion GmbH
Klaus-Bungert-Straße 3
40468 Düsseldorf
+49 211 54202 0
achten@verdion.com

 

Interessenten für kleinteilige Gewerbeflächen wenden sich an:

Gemeinde Niederkrüchten
Frank Grusen
Laurentiusstraße 19
41372 Niederkrüchten
+49 2163 980 124
frank.grusen@niederkruechten.de